Presseberichte
"Rheinpfalz" vom 15.11.2011
Natürlich schön
Jahreskonzert: Blaskapelle des GMV Lambsheim mit „Sounds of Nature”
Von Luise Fast
Unter dem Motto „Sounds of Nature” hat die Blaskapelle des GMV Lambsheim bei ihrem Jahreskonzert am Samstag Neues aus der Blasmusik-Literatur der vergangenen 20 Jahre vorgetragen. Das Jugendorchester und die hauseigene Jazz-Combo BlueScheme hingegen begeisterten das Publikum mit neuen Interpretationen von Altbekanntem.
Alexander Petry, Leiter des Orchesters, kann sich glücklich schätzen, eine so junge und motivierte Truppe zu haben. „Vor zwölf Jahren waren wir etwa 15 Leute, die mitgemacht haben. Als sich uns jedoch einige junge Leute angeschlossen haben, bekam das Ganze eine unglaubliche Eigendynamik, und es kamen immer mehr gute Musiker dazu.” Heute zählt das Orchester stolze 38 Mann, dazu kommen 21 Mitglieder im Jugendorchester und sechs aus dem Orchester, die auch die Jazz- Combo besetzen. Gefragt nach dem Grund, warum sich so viele dem Orchester angeschlossen haben, antwortet Trompeter Felix Haller prompt: „Weil es Spaß macht und weil hier gute Stimmung herrscht.” Auch Petry betont die familiäre Atmosphäre: „Wir verstehen uns alle gut und können zusammen ernsthaft Musik machen. Das wirkt wie ein Magnet.”
Seit den Sommerferien wurde in Lambsheim eifrig geprobt und es gab auch ein Wochenende, wo von morgens um neun bis abends um zehn geprobt wurde. Das Programm gestaltet sich sehr abwechslungsreich und bietet so manche Herausforderung.
Mit der bekannten Ouvertüre aus Strauss' „Also sprach Zarathustra”, die einen Sonnenaufgang darstellt, begann das Blasorchester und ließ dem kompliziertere Werke folgen, wie das nagelneue „The Benefaction from Sky and Mother Earth” von dem Japaner Satoshi Yagisawa, das erst in diesem Jahr herausgekommen ist, oder „Into the Joy of Spring” des Komponisten James Swearingen, das die alte Thematik der vier Jahreszeiten aufnimmt und heute zu den meistgespielten Werken für Blasorchester gehört.
Dass die Klänge der Natur nicht nur schön sein können, sondern durchaus auch gewaltig und grausam, zeigt das etwas unbequeme Werk „Volcano” des jungen niederländischen Komponisten Alex Poelman. Sehr grafisch werden die Ruhe vor dem Sturm, die ersten Vorboten und schließlich zwei gewaltige Eruptionen eines Vulkans in Musik umgesetzt. Die neu angeschaffte Lichtanlage, der ganze Stolz des GMV, unterstützte den Gesamteindruck sehr effektvoll.
Der Höhepunkt des Jahreskonzerts war wie immer der Auftritt von BlueScheme, die mit „Sidewinder” und „My Funny Valentine” Klassiker der Jazzmusik darbrachten, die den Solisten viel Raum zur Präsentation ihres Könnens am jeweiligen Instrument boten. Den Abschluss des Konzertes übernahm wieder das Blasorchester mit einem Medley aus „The Lion King” und „Hair”. Das begeisterte Publikum forderte drei Zugaben, die mit einem ironischen Augenzwinkern vorgetragen wurden: „I'm Walking on Sunshine”, ein Medley zu „Junior-TV-Hits” und der Schlager „Rauschende Birken”, bei dem das Publikum selig zu schunkeln begann. Welchen Erfolg der GMV mit seinem Blasorchester hat, zeigt auch, dass dieses Jahr drei Konzerte gehalten werden konnten, die bereits bei der Premiere am Samstag beinahe ausverkauft waren, denn Musikbegeisterung und gute Stimmung finden wohl immer ein Publikum.
"Rheinpfalz" vom 21.06.2011
Der Projektchor unter der Leitung von Klaus Matejcek sang fast bis zur Erschöpfung, und das Publikum dankte es mit Begeisterung.
Von Rigobert Völpel
Es ist schon eine organisatorische Meisterleistung, wenn ein geplantes Sommerfest mit dem Open-Air-Konzert des Projektchors ins Wasser fällt und alles kurzfristig in den Saal verlegt werden muss. Aber die Organisatoren vom Gesang- und Musikverein Lambsheim schafften dies am Samstagabend, wenn auch Plätze kurz vor Beginn der Veranstaltung nicht mehr zu bekommen waren.
Für die Besucher entfachte unter dem Motto des berühmten Beatles-Titels „All you need is Love“ der Projektchor unter der Leitung von Klaus Matejcek ein knapp dreistündiges Feuerwerk voll guter Laune mit Liedern aus Rock und Pop, die das Thema Liebe aufgriffen und verarbeiteten. Moderator Felix Haller verstand es glänzend, die sage und schreibe fast 30 Titel in einen Zusammenhang zu stellen und so ein Band zum Motto zu knüpfen.
Riesig war die Leistung des Chors und seines Chorleiters Klaus Matejcek. Letzterer hat nach seinen Angaben alles selbst arrangiert und auf diesen Projektchor ausgelegt. Sicher war die technische Anlage für das Freie und nicht für den Saal ausgelegt, wodurch die Lautstärke an die Grenzen ging und auch der eine oder andere Rückkopplungseffekt sich einschlich. Dennoch war zu erkennen, welche dynamische Bandbreite der Chor beherrscht und vor allem mit welchem Schwung, Elan und Begeisterung die über 40 Sänger die Popsongs der Beatles, der Hollies, der Münchner Freiheit, der Bee Gees, Beach Boys und vieler anderer intonationssauber bis zum Ende sangen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass diese Begeisterung schnell das Publikum erfasste, das klatschend und singend in das Geschehen eingriff.
Vielleicht gehörte die Lautstärke auch einfach dazu, um die Wände zittern zu lassen, um zu befürchten, dass das Dach abhebt – die Stimmung war jedenfalls so grandios, dass man vielleicht übersah, welche Leistung die beiden Techniker Matthias Kappes und Horst Lotterhos vollbrachten. Auch die Solisten des Abends gaben ihr Bestes und trugen so wesentlich zum Gelingen bei. Eigentlich wäre jeder einzelne zu würdigen.
Aber Alfred Krill, Anja Meister, Claudia Heister-Krill, Christiane Milbrandt, Mathias und Klaus Matejcek überraschten zwischendurch mit äußerst anspruchsvoll zu singenden Titeln der Wise Guys, gaben dem Spektakel die nötigen Verschnaufpausen – man hätte ihnen noch länger zuhören können. Auch Julia Bohrt und Miriam Gauer zeigten, wie unterschiedliche Stimmen doch in ein Ganzes sehr gut eingefügt werden können. Ihre komödiantische Seele eröffneten Carsten Erb und Mathias Matajcek und auch Harry Klau sang sich in die Herzen des Publikums.
Bei der Musik aus „Hair“ ist der Höhepunkt erreicht, und bebt der Saal förmlich.
Zu einer solch schwungvollen und fast ins exstatische geratenden Musik gehören auch jene Musiker, die man irgendwann fast gar nicht mehr wahrnimmt, die aber doch sehr wesentlich sind, die Begleitband. Arno Matejcek fand am Schlagzeug immer das richtige Grundtempo, und Hans Maurer gab ein extrem zuverlässiges Bassfundament. Thomas Stalla beherrschte seine Gitarre virtuos, wenn er auch manchmal seinen Verstärker zu arg aufdrehte. Alexander Petry und Kevin Ullmann gaben mit ihren Trompeten zusätzliche Glanzlichter, wobei das saubere Spiel in der oberen Oktave von deren spielerischem Können zeugte. Am Keyboard stand Chorleiter Klaus Matejcek. Der Vollblutmusiker spielte nicht nur gekonnt sein Instrument, sondern dirigierte auch mit jeder Faser seines Körpers den Chor und zwar klar und deutlich. Die Sänger inklusive Publikum konnten gar nicht anders singen, als er wollte. Der Chor beherrschte die von ihm mit großer Kreativität arrangierten Partituren alle. Ohne ihn kann man sich diese Veranstaltung nicht vorstellen.
Als dann am Schluss die Stimmung am Überkochen war und mit dem Song „Aquarius – Let the Sunshine in“ aus dem Musical „Hair“ der Höhepunkt erreicht war, bebte der Lambsheimer Saal förmlich und ein schier endlos tobender Applaus forderte noch zwei Zugaben. Die gab ein erschöpfter, aber glücklicher Chor gerne, um sich dann endlich auch hinsetzen zu können, um sicher nochmals diesen erfolgreichen Abend im internen Kreis Revue passieren zu lassen. Denn auch das Publikum war noch nicht in der Stimmung, nach Hause zu gehen.
"Rheinpfalz" vom 16.11.2010
Freude am Musizieren ansteckend
Jahreskonzert des Blasorchesters des GMV Lambsheim zweimal ausverkauft
- Haller steuert Blues bei
Von Luise Fast
Vor ausverkauftem Hause entführte am Samstag und am Sonntag das Blasorchester des GMV Lambsheim die Zuhörer auf eine musikalische Reise. Unter der Leitung von Dirigent Alexander Petry, der seit 13 Jahren diesen Posten hat, präsentierten die etwa 40 Musiker souverän musikalische Leckerbissen aus den letzten 500 Jahren.
Das Jugendensemble, das seit seiner Entstehung 2004 auf über 20 Mitglieder angewachsen ist, beeindruckte mit Tschaikowskis Nussknackersuite in einem Arrangement für Blasorchester und wagte dann den Sprung in das Jahr 2010. Mit einer ungewöhnlichen Umsetzung des deutschen Beitrags zum Eurovision Songcontest überraschten die jungen Musiker. Sie interpretierten Lenas Lied „Satellite" auf ihre eigene Weise.
Eine bunte Mischung präsentierte auch das Blasorchester. Als Auftakt wurde die Ouverture aus Verdis Oper „Nabucco" gespielt, worauf ein Volkstanz aus dem 16. Jahrhundert folgte: eine Bearbeitung der Gaillarde von Pierre d"Attaignant.
Großen Eindruck hinterließ das monumentale „Jubilate", ein zeitgenössisches Werk des niederländischen Komponisten Jacob de Haan, das auf einem alten gregorianischen Motiv aufgebaut ist und die wechselhafte Geschichte der Waldkirche bei Waldshut am Hochrhein thematisiert. Die programmatisch aufgebaute Komposition umfasst eine Vielzahl musikalischer Ausdrucksmöglichkeiten mehrerer Jahrhunderte, geht aber aufgrund der eingängigen lyrischen Bearbeitung des Themas leicht ins Ohr. Ein Teil der männlichen Besetzung des Orchesters trug den ursprünglichen gregorianischen Choral „Viderunt Omnes" gesungen vor.
Der letzte monumentale Satz von Mussorgskis musikalischem Zyklus „Bilder einer Ausstellung", „Das große Tor von Kiew", fiel leider, trotz einwandfreier Interpretation des Orchesters, den akustischen Beschränkungen der Liederhalle des GMV zum Opfer und konnte so nicht seine volle Kraft entfalten.
Im zweiten Teil des abendfüllenden Programms widmeten sich Petry und sein Orchester musikalischen Werken der Nachkriegszeit und spielten bekannte Titel wie „Feeling Good", zuletzt bekannt geworden durch Jazzinterpret Michael Bublé, „America" aus Leonard Bernsteins Jazz-Musical „West Side Story" oder „Hard to say I"m sorry" der Jazzfusion-Band Chicago aus den 80er-Jahren. Das Publikum reagierte begeistert und konnte dem Blasorchester drei Zugaben aus seinem älteren Repertoire entlocken.
Ein Höhepunkt des Abends war wie immer der Auftritt der Jazzcombo blueScheme, die in gewohnt lockerer Art eigene Arrangements bekannter Pophits und eine eigene Blues-Komposition von Trompeter Felix Haller spielte, die viel Raum zu Improvisationen ließ, die vom Publikum viel Applaus bekamen.
Wie auch in den vergangenen Jahren war das Jahreskonzert des GMV auch diesmal ein rundum gelungener Abend für die ganze Familie. Die offensichtliche Freude der Mitwirkenden wirkte ansteckend und machte Lust auf weitere Konzerte. Dass Alexander Petry versprach, im nächsten Jahr eine vernünftige Lösung für das offensichtliche Raumproblem zu finden, wird dem Erfolg des Blasensembles gerecht.
"Rheinpfalz" vom 22.06.2010
Traumreise mit Beatles
Projektchor des GMV Lambsheim führt „ Magical-Mystery-Tour" auf - Stück aus der Feder des Chorleiters.
Ein Ausflug in die Rockgeschichte wurde die „Magical-Mystery-Tour", auf die der Projektchor des GMV 1846 Volkschor Lambsheim am Samstagabend gut 220 Zuhörer mitnahm. Auf dem Freigelände des Gesang- und Musikvereins wurde mit Hits der Beatles, von The Who und den Eagles die Geschichte des Jungen Tommy erzählt.
Die Vorlage zu der musikalischen Erzählung hat Chorleiter Klaus Matejcek bereits vor einigen Jahren für seinen damaligen Chor in Fußgönheim geschrieben. Über die Hauptfigur wird direkt die Assoziation zu der Rockoper „Tommy" geweckt, mit der The Who 1969 Musikgeschichte geschrieben haben. Am Samstag in Lambsheim erzählte Felix Haller die Geschichte von Tommy, der nach Erblicken seiner großen Liebe in einen Traum fällt und dort die Welt des Fantastischen erleben darf. Diese erste große Liebe konnte der fast 50 Sängerinnen und Sänger zählende Chor mit vielen Songs der Beatles ausdrücken. Dabei erwies sich der Projektchor als stilsicherer Interpret dieser bekannten Musik. Die naturwüchsigen Stimmen brachten das Feeling der Beatära ins Publikum, meisterten bravourös die vielen Tempo- und Stimmungswechsel und folgten ihrem Chorleiter Matejcek ohne Wenn und Aber.
Der ermüdete Tommy, gespielt von Gerhard Matejcek, kommt im Traum zu einer wahrsagenden Zigeunerin (Karin Matejcek), mit Steinsuchern sucht er den Stein der Erkenntnis und trifft auf King Luis, den König der Affen. Das Treffen mit einer wunderschönen Feengestalt (Karolin Keuthmann) und mit einem uralten Indianer (Bernhard Matejcek) bewirkt, dass sich Tommy ins Meer stürzt, in Atlantis die Krabbe Calypso (Frank) trifft und mit „Yellow Submarine" zu den Meernixen stößt. Er wacht auf und sieht seine große Liebe. Mit „See me, feel me, touch me, heal me" aus der Rockoper „Tommy" endet die Geschichte mit einem Happy End.
Mit zirka 30 Songs hat der Chor Schwerstarbeit geleistet, und das nicht nur an diesem Abend, sicher auch in der Vorbereitungszeit, was sich gelohnt hat. Zehn Solisten gaben den Songs je nach Stimmung eine andere Klangfarbe und brachten Abwechslung in die Musik. Besonders ein Quintett wagte sich an einen Chorsatz mit schönen farbigen, aber schwierig zu singenden Harmonien („How deep is your Love"), wurde nach Überwinden der anfänglichen Unsicherheiten immer sicherer und konnte mit dem richtigen Ausdruck das Publikum überzeugen. Die Begleitband mit Stefan Reiß (Schlagzeug), Hans Maurer (Bass), Stefan Weindel (Gitarre), Thomas Stalla (akustische Gitarre) und Alexander Petry (Trompete) gab den Sängern den nötigen Halt und die richtige Unterstützung. Der alles überragende Chorleiter Klaus Matejcek, der nicht nur seinen Chor im Griff hatte, sondern auch das richtige Timing und Stilgefühl entwickelte, spielte dabei noch souverän das Keyboard. Er konnte auf seine Truppe sehr stolz sein.
Im Laufe des Abends wurde der Chor immer stimmsicherer, auch die A-cappella-Teile intonationssauberer, auch in den zum Teil sehr anspruchsvollen Sätzen („Bridge over troubled Water"). Die Tontechniker Horst Lotterhoß und Matthias Kappes sorgten für den guten Ton, wenn auch Aufführungen im Freien immer mit Problemen behaftet sind.
Ganz eindrucksvoll gelang es Katrin Keuthmann, für dieses Spektakel die Kostüme zu gestalten. Ob blau behütete Meernixen oder riesige Krabbe, alle Kostüme unterstrichen die Handlung und gaben neben dem musikalischen Ohren- auch den optischen Augenschmaus dazu.
Zum Dank hielt das Wetter. Es regnete nicht und trotz der Kälte harrten alle Besucher noch über das Konzert hinaus aus und hatten einen vergnüglichen, unterhaltsamen, etwas anderen Chorabend erlebt. Natürlich blieb dann auch die geforderte Zugabe nicht aus. (rv/soj)
Lambsheimer Amtsblatt vom 10.06.2010
Ausflug des Projektchors nach Kaiserslautern
Teilnahme am Wertungssingen
Anlässlich des 150. Jubiläums des Chorverbandes Rheinland-Pfalz fand am Sonntag, dem 30. Mai 2010, ein Wertungssingen statt, an dem der Projektchor des GMV „Volkschor“ 1846 Lambsheim e.V. teilnahm.
Am Sonntagmorgen trafen sich die Sängerinnen und Sänger um 8:00 Uhr vor dem Sängerheim und fuhren dann gemeinsam mit dem Bus nach Kaiserslautern. An der Fruchthalle, dem Austragungsort des Wettbewerbs, traf man sich mit den „Sunshine Singers“ aus Waldsee, dem 2. Chor des Chorleiters Klaus Matejcek, der auch am Wettbewerb teilnahm.
Nach dem gemeinsamen Einsingen begab man sich in den großen Festsaal, dem Vortragsort. Der Projektchor kam als zweiter Chor und die „Sunshine Singers“ direkt danach als dritter Chor des Wettbewerbs zum Auftritt.
Hoch motiviert und konzentriert präsentierte der Projektchor sein Programm, bestehend aus den 5 Liedern „Sorry Suzanne“, „Sing“, „Alles im grünen Bereich“, „He Ain’t Heavy“ und „A Little Less Conversation“. Hervorragend begleitet wurde der Chor am Konzertflügel von Achim Scheuermann.
Nachdem man sich noch die anderen teilnehmenden Chöre angehört hatte, begab man sich in die Fußgängerzone zum Festplatz. Nach einem kleinen Imbiss zur Stärkung war dort auf der offenen Chorbühne ein weiterer Auftritt zusammen mit den „Sunshine Singers“ geplant. Die beiden Chöre, über 50 Sängerinnen und Sänger, gestalteten eine halbe Stunde mit den Liedern „HELP“, einem Beatles-Potpourri, „Monday,Monday“, „Sorry Suzanne“, „Abenteuerland“ und „Aquarious And Let The Sun Shine In“ das Programm vor dem vollbesetzten Festplatz und wurden mit großem Beifall belohnt.
Nach überwiegend hervorragenden Darbietungen anderer Chöre aus ganz Rheinland-Pfalz fand um 16:00 Uhr der Abschluss-Festakt unter dem Vorsitz des Präsidenten des Chorverbands, Herrn Doppler, statt. Jetzt wurden auch die mit Spannung erwarteten, und im Vorfeld durch ein kurzfristig ins Leben gerufenes „Wettbüro“ von den Sängerinnen und Sängern prognostizierten Ergebnisse des Wertungssingens bekanntgegeben.
Von 25 maximal erreichbaren Punkten hatte der Projektchor 20,3 erreicht, was von acht! Mitgliedern im Voraus getippt wurde. Dies bedeutete für unseren Chor eine Urkunde „Mit gutem Erfolg“ teilgenommen. Die Urkunde wurde durch den Präsidenten des Chorverbandes Herrn Doppler an Heidi Ehrler, der Abteilungsleiterin Gesang, überreicht. Die Freude bei den Sängerinnen und Sängern, über das erreichte Ergebnis konnte man in den Gesichtern ablesen.
In bester Stimmung, die auch durch die kurzen Regenschauer nicht getrübt werden konnte, begab man sich zum Bus, um die Heimfahrt anzutreten. Während der gesamten, kurzweiligen Rückfahrt wurden Lieder aus dem Repertoire gesungen, was die gute Laune aller zum Ausdruck brachte.
Fazit:
„Ein toller Tag, ein tolles Erlebnis, zur Wiederholung empfohlen!“
"Rheinpfalz" vom 20.04.2010
Musikalische Erinnerungen
Jubiläumskonzert 40 Jahre GMV Lambsheim
Einen bunten Mix aus Filmmusik, Barock, Operette, Musical, Folklore und Blasmusik-Klassikern auf hohem Niveau boten Blasorchester und Jugendensemble des Gesang- und Musikvereins Volkschor (GMV) Lambsheim bei ihrem Konzert zum 40. Jubiläum des Orchesters am Samstag in der voll besetzten protestantischen Kirche Lambsheim.
Unter der Leitung von Alexander Petry spielten die 55 Musiker des Orchesters und Jugendensembles Stücke aus ihrem Repertoire der vergangenen 40 Jahre und erzählten Erlebnisse und Anekdoten, die sie mit den einzelnen Musikstücken verbinden.
Den Anfang machte das Jugendensemble mit dem kurzen, aber eingängigen Stück "Rocking Power". Ein junger Musiker erzählte, dass "Rocking Power" aus der Zeit der Gründung des Jugendensembles vor sechs Jahren stammt: "Wir haben zu fünft angefangen, als wir gerade einmal Noten lesen konnten - seither hat sich unser Niveau deutlich gesteigert." Mit dem spanischen Folklore-Stück "Saludos Desde Espania - La Molina" zeigte das Ensemble Gefühl für südländische Rhythmen und brachte mit dem Abba-Klassiker "Mamma Mia", die Zuhörer zum Mitwippen. Bereits bei diesen ersten Darbietungen kam die klanggewaltige Resonanz des Veranstaltungsortes voll zur Geltung.
Kaum von der Bühne lief das 15-köpfige Jugendensemble wieder mit dem 40-köpfigen Blasorchester ein - gemeinsam sorgten sie für zwei absolute Glanzlichter des Abends. Zum einen harmonierte das große Orchester perfekt beim Barock-Stück "Arioso" von Johann Sebastian Bach, und zum anderen bewiesen sie bei "Pirates of the Caribbean", der Musik zum Filmhit "Fluch der Karibik" von Klaus Badelt, eine ausgezeichnete Dynamik und viel Durchhaltevermögen. Die verschiedenen Themen der Filmmusik waren miteinander verwoben, wobei sich ruhige und spannende Passagen ablösten. Die "Piratenmusik" brachte den Musikern besonders viel Applaus der etwa 400 Zuhörer ein.
Nun spielte das Blasorchester ohne das Jugendensemble weiter. "Embuscade" von Jerome Naulais ist für das Orchester ein ganz besonderes Stück. Alexander Petry, der von 1983 bis 1995 selbst im Orchester Trompete spielte und seit 1997 Dirigent ist, erzählte, dass er 2002 dieses etwas andere Stück ausprobieren wollte, wovon ihm seine Frau abriet. Er ließ sich nicht beirren, konnte aber auf den Gesichtern seiner Musiker über lange Zeit "nur Fragezeichen erkennen". So habe er versucht, sie mit Stickern mit der Aufschrift "I love Embuscade" zu motivieren. Das zeigte nicht die gewünschte Wirkung, das Stück wurde bis 2010 auf Eis gelegt. Bei seiner "Lambsheimer Erstaufführung" am Samstag klappte aber alles: das Orchester meisterte die technisch anspruchsvolle und experimentelle Komposition mit Bravour. Überraschend für manche spielten die Musiker am Ende der mit zwei Klarinettenkadenzen und einem Oboensolo ausgestatteten Ouvertüre der Operette "Orpheus in der Unterwelt" einen Cancan, der tatsächlich so im Arrangement steht - die Zuschauer klatschten begeistert mit. So gab"s vor der Pause bereits stehende Ovationen.
Nach der Pause kam ein weiterer Höhepunkt des Konzerts: "Don"t Cry For Me Argentina" aus dem Musical Evita von Andrew Lloyd Webber. Das Orchester wurde dabei von Solistin Tanja Sohn unterstützt, die die Liebeserklärung an Argentinien stimmgewaltig vortrug. Am Tag zuvor hatte man noch gebangt, ob Sohn wegen einer Erkältung überhaupt singen könnte. Solistin und Orchester erhielten frenetischen Beifall.
Das beschwingte Stück "To Forge The New Frontier" von Ralph Ford, das 2004 den Aufbruch zu neuen Grenzen und eine erfolgreiche Zeit im Orchester einläutete, folgte. Den Schlusspunkt setzte die bekannte Musik der amerikanischen Krimiserie "Hawaii Five-O", bei der vier Solisten der Jazz-Kombo ihren großen Auftritt hatten - jeder von ihnen wurde noch während des Stücks mit Applaus bedacht. Bei den virtuosen Klarinetten-, Posaunen-, Trompeten- und Schlagzeugsoli glühten die Finger der einzelnen Musiker förmlich. Die stehenden Ovationen führten zu drei weiteren Zugaben: der flotten "Blues Brothers"-Filmmusik, bei der die Köpfe rhythmisch mitwippten, dem traditionellen Marsch "Schwabengruß" und dem ruhigen und leisen "Intermezzo Symphonico" aus der Oper "Cavalleria Rusticana".
Gastgeber Pfarrer Klaus Haller sagte, Dirigent Alexander Petry habe es geschafft, viele Jugendliche für den Verein zu begeistern - das Durchschnittsalter der Musiker liegt unter 30 Jahren. Petry bestätigt, dass er 1997 mit 15 Musikern angefangen hatte und das Orchester ausschließlich mit seinen erfolgreichen Konzerten neue Mitglieder anzog.
Von Esther Krnac
"Rheinpfalz" vom 17.11.2009
Disziplin, Drive und Reife
Ausverkauftes Jahres-Konzert des GMV Lambsheim
Blasorchester, Jugend-Ensemble und Jazz-Combo des Gesang- und Musikvereins Volkschor 1846 Lambsheim hatten für Samstag und Sonntag zum traditionellen Jahreskonzert eingeladen. Und - man muss das schon vorweg sagen - lösten bei der "Premiere" am Samstagabend in der voll besetzten GMV-Halle nahezu drei Stunden lang restlose Begeisterung aus über die vorbildliche Disziplin, den mitreißenden Drive und das reife Profil der vorwiegend jungen Musiker.
"Helden und Legenden" stand als Motto über dem von Dirigent Alexander Petry launig moderierten Programm, das vom 15-köpfigen Jugend-Ensemble mit der Original-Komposition "Castles and Dragons" von Todd Stalter flüssig und sehr gepflegt eröffnet wurde. In weicher Tongebung folgte ein bekanntes, von Michael Pratt für Bläser arrangiertes irisches Volkslied, bevor mit zwei Pop/Rock-Bearbeitungen absolute Exaktheit des Spiels und erstaunliche rhythmische Eleganz demonstriert wurde.
Alexander Petry zeigte auch im zweiten Block, den das 40 Musiker starke Blasorchester bestritt, seine großartige Kompetenz und Ausstrahlung als Orchester-Erzieher. Film-Musiken aus "Robin Hood" (arrangiert von Erik Debs) und "Superman" (arrangiert von Bob Lowden) erstanden im nahtlosen Wechsel von stimmungsvoller Lyrik, exakt profilierter Rhythmik und dramatischen Steigerungen.
Der erste Konzertteil endete mit einer Original-Komposition des Spaniers Ferrer Ferran. Sein Stück "El Quijote" für Sprecher und Blasorchester handelt von den Abenteuern des idealistischen Phantasten Don Quijote, der in die Welt hinaus reitet, um dem Guten zum Sieg zu verhelfen. Das sehr anspruchsvolle Werk mit seiner gefühlvollen Melodik, seiner spanischen Rhythmik, seinen wunderschönen harmonischen Farben offenbarte eine ganze Anzahl reifer Orchester-Tugenden: klangbewusstes, kompaktes, stets konzentriertes Zusammenspiel, variable Dynamik, kluge Agogik, organische Steigerungen und Übergänge und feine Legato-Wirkungen. Der Begleittext zur Musik wurde von Alfred Krill in gut artikulierender Sprache unterlegt.
Mit einem herzerfrischenden komödiantischen Gag als Stummfilm-Interpreten läutete die sechsköpfige Jazz-Combo Blue Scheme den zweiten Teil ein, bevor sie in der Besetzung Trompete, Saxophon, Posaune, Bass, Schlagzeug und Klavier die Jazz-Standards "Take five" von Paul Desmond, "Autumn Leaves" von Joseph Kosma und "Cantaloupe Island" von Herbie Hancock souverän zu Gehör brachte. Diese drei Stücke leben alle von der solistischen Bravour der einzelnen Instrumentalisten. Ihre Visitenkarte über den hervorragend stützenden Ostinato-Passagen des Klaviers war makellos und begeisternd. Initiator Felix Haller gab kurze Erläuterungen.
Den Schlusspunkt setzte wieder das Blasorchester mit dem von Naohiro Iwai arrangierten "Sing, sing, sing" von Louis Prima im Swingstil Benny Goodmans, der Film-Musik "Music from the Incredibles" (Michael Giacchino/Jay Bocook) und dem Pop-Titel "The Phil Collins Collection" (arrangiert von Peter Kleine Schaars). Hier beeindruckten besonders der ständige raffinierte Farbenwechsel, die zündende Rhythmik mit blitzenden Akzenten und das lodernde Feuer der musikalischen Aussage. Alle drei Ensembles kamen nicht ohne Zugabe von der Bühne. (Lothar Messmer)
Lambsheimer Amtsblatt vom 07.05.2009
Lambsheimer Jazz Night beeindruckt durch viel Engagement und gelungene Atmosphäre
Am Samstag, den 18.04.09 war es endlich soweit. Die Jazz-Combo blueScheme präsentierte sich erfolgreich einen ganzen Abend alleine auf der Bühne des GMV. Wie es sich für den Jazz gehört, waren Atmosphäre sowie Stimmung locker und gelassen.
Unterteilt in 3 Sets gaben die jungen Musiker u.a. Stücke wie "Silver´s Serenade" von Horace Silver und "Round Midnight" von Thelonious Monk zum Besten. Die Rhythmusgruppe, bestehend aus Eric Sauvage am Schlagzeug, Paul Zeiß am Piano und Gunnar Dankert am Bass, unterstützte optimal die furiose Stimmung in Stücken wie "The Chicken" von Chuck Rio.
Für Entspannung sorgte dagegen Dirk Ehrler an der Klarinette mit "The girl from Ipanema". Doch auch Matthias Kappes überzeugte mit sanften Tönen auf seiner Posaune, bei der Interpretation von "Once I loved" von Joe Henderson. Carina Sauvage glänzte mit der Gesangseinlage "Dream a little dream of me", bekannt durch Ella Fritzgerald und Louis Armstrong. Sie begeisterte damit das Publikum für sich. Highlight des Abends war das selbst komponierte Jazz-Stück "Der Kranich" von Felix Haller. Charakterisiert durch spannende und außergewöhnliche Rhythmen fesselte es die Zuhörer.
Der mitreißende Abschluss des Abends gelang durch "Tequila" von Pee Wee Ellis, welches viel Applaus und einige Zugaben nach sich zog. Für das leibliche Wohl sorgten Mitglieder des GMV-Orchesters mit verschiedenen Cocktails und Snacks. Dieses gelungene Konzert lässt auf weitere schöne Abende mit blueScheme hoffen.
"Rheinpfalz" vom 18.11.2008
Lateinamerikanisches Feuer
GMV-Orchester begeistert mit "A Latin Night" zweimal 200 Zuhörer in Lambsheim - Jugendorchester und blueScheme Jazz-Combo runden Programm ab
Dirigent Alexander Petry hatte nicht zu viel versprochen, als er ankündigte, das Orchester des Gesang- und Musikvereins Volkschor Lambsheim wolle angesichts des tristen Herbstwetters musikalisches Feuer entfachen.
Das Orchester hatte zum Jahreskonzert geladen, gekommen waren zweimal gut 200 Zuhörer, was zweimal ausverkauftes Haus bedeutete. Und alle verließen nach guten zwei Stunden bester musikalischer Unterhaltung mit einem Grinsen auf den Lippen und reichlich Wärme im Herzen das Konzert.
Zum zweiten Mal nach 2006 hatte das GMV-Orchester seinem Konzert ein Motto gegeben. "A Latin Night", eine lateinamerikanische Nacht, hieß es, und entsprechend bildeten lateinamerikanische Musikstücke den Schwerpunkt des Konzerts. Seit einigen Jahren "müssen" die Musikerinnen und Musiker um Alexander Petry bei ihrem Jahreskonzert zweimal ran, denn die Halle des GMV fasst höchstens 200 Gäste, zuhören wollen aber doppelt so viele.
Das Publikum erwies sich, zumindest am Samstag, als überaus begeisterungsfähig und fachkundig. Geklatscht und gejohlt wurde gerne und viel, selbst mit Zwischenapplaus nach diversen Soli wurde nicht gespart. Die Musiker dankten es mit viel Spielfreude und Esprit. So bot das Konzert nicht nur viel schöne und schön gespielte Musik, sondern auch reichlich Unterhaltung und Gelegenheiten zum Schmunzeln. Immerhin seit den Sommerferien "ochse" man an den Titeln, wie Petry in der Pause verriet. Höhepunkt der Vorbereitung bildete vor kurzem eine Orchesterwerkstatt, zu der sich die zirka 35 Frauen und Männer für ein Wochenende in eine Jugendherberge zurückzogen. Der Erfolg bestätigte die Bemühungen der Mannschaft, in der Musiker zwischen 14 und 53 Jahren mitspielen.
Eröffnet wurde der Abend vom Jugendensemble. Genau wie bei den "Alten" standen auch bei den Nachwuchstalenten südländische Rhythmen im Fokus. Die 15 Kinder und Jugendlichen, die ebenfalls unter der Leitung von Alexander Petry stehen, begrüßten die Konzertbesucher mit einer Suite in vier Sätzen von Henk Hogestein. Dieser schreibe in seinem Werk "Saludos desde Espana", so Petry in seiner Moderation, aus vier spanischen Urlaubsorten jeweils eine musikalische Ansichtskarte und wolle so beim Zuhörer ein Bild von Sandstränden, charmanten Fischerdörfern, Pinienwäldern, Bergen und Amüsiermeilen wachrufen. Eine Vorgabe, die die junge Truppe exzellent umsetzte.
In zwei Blöcken zeigte Petry im Anschluss daran mit dem Orchester Musik auf anspruchsvollem Niveau, die mit großer Präzision dargeboten wurde. Ein glückliches Händchen bewies der Dirigent, der ein Eigengewächs des GMV-Orchesters ist und als Musiklehrer sein Hobby zum Beruf machte, bei der Auswahl der Stücke. Trotz des durch das Motto engen Rahmens gelang es Petry, eine abwechslungsreiche Programmfolge zusammenzustellen, die sogar einen deutlichen Spannungsbogen hatte.
Zweifellos zu den Höhepunkten des Konzerts avancierte zum einen der "Klassiker" Libertango von Astor Piazzolla, dem Altmeister des "Tango nuevo", zu dem sich das Orchester als Gastmusiker stilecht Peter Schwestka am Akkordeon geladen hatte. Besonders schön war im zweiten Teil die Ballade "Don't cry for me Argentina" aus dem Webber-Musical "Evita". In die Rolle der argentinischen Präsidenten-Gattin Evita Peron schlüpfte Tanja Sohn. Die Flötistin aus den Reihen des Orchesters brillierte mit einer glockenklaren und frischen Gesangsstimme. Letztlich muss noch der Titel "Kongolela" des norwegischen Jazztrompeters und Komponisten Jan Magne Foerde erwähnt werden. Das Stück verarbeitet afrikanische Rhythmen - indes, die darin zum Ausdruck kommende Spielfreude, die vom GMV-Orchester auf wunderbare Weise umgesetzt wurde, machte die Veranstaltung erst zu einer wirklich runden Sache. Den Part des Wellenbrechers nach der Pause übernahm in gewohnt guter Qualität die Jazz-Combo blueScheme, die aus sechs Musikern des Orchesters besteht. (Jürgen Link)
"Rheinpfalz" vom 26.2.2008
Umfangreiches Programm überzeugend gesungen
Konzert beim Gesang- und Musikverein Volkschor Lambsheim mit Blechbläserensemble, gemischtem Chor, Projektchor und Orchester des Vereins
Viel Abwechslung bot der Gesang- und Musikverein Volkschor Lambsheim mit fast dreistündigem Programm am Sonntag in der protestantischen Kirche Lambsheim. Es musizierten das Blechbläserensemble, ein gemischter Chor sowie Projektchor und Orchester des Vereins.
Der Projektchor konzentrierte sich vor allem auf Evergreens wie "Monday, Monday" der Mamas and Papas oder "Sing" von den Carpenters. Dass dies besonders eindrucksvoll beim Zuschauer ankam, liegt vor allem daran, dass die Chorsätze für alle Stücke von Leiter Klaus Matejcek selbst stammen. Damit erzielt er besondere Originaltreue, die man in anderen Chorsätzen oftmals vermisst. Das Einleitungsstück des Projektchors "Here we are" vermittelte gleich eine sehr positive Stimmung. Mit dem sehr gut akzentuierten Stück bewies der Chor außerdem gleich zu Anfang seine Harmonie. Mit 40 Sängern und Sängerinnen kam ein gewaltiges Stimmvolumen zusammen, das die Kirche ausfüllte.
Auch der gemischte Chor machte mit seinen Stücken Laune, etwa mit dem Klassiker "Kum Ba Yah", der sehr stimmgewaltig dargeboten wurde. Das nötige Feingefühl bewiesen die Sänger mit "One Moment in Time", das sie mit deutschem Text vortrugen. Auch mit "Song, Song Blue" erreichten sie viele ausdrucksstarke Momente.
Das Blechbläserensemble erfreute das Publikum mit "Air" und einem "Trumpet Tune", beides geschrieben von Henry Purcell. Das Auftreten auf dem Balkon und damit das "Unsichtbarsein" für den Zuschauer verstärkte das Hörerlebnis. Die Bläser boten mit etwas besinnlicheren Klängen ein kleines Kontrastprogramm. Doch auch die Sänger schlugen ernstere Töne an, beispielsweise mit einem toll interpretierten und sauber wiedergegebenen "Vater Unser" des gemischten Chores. Zum Publikumsliebling entwickelte sich "Halleluja" - zu Recht. Es regte zum Mitklatschen an, die Dynamik des Chores war gelungen und erneut wurde der Saal von den Stimmen eingenommen. "Who wants to live forever" von Queen sollte der Abschluss der ersten Hälfte des Konzerts sein. Diesmal interpretierten beide Chöre zusammen, die Mitglieder mussten schon sehr zusammenrücken um überhaupt auf die große Bühne zu passen. Das Stück mit dem melancholischen Abschluss gelang hervorragend, vor allem der Instrumentalteil in der Mitte des Stückes ist zu loben.
Das Orchester hat sich an diesem Abend besonders ausgezeichnet. Die Intonation stimmte, die Dynamik stimmte, und das Orchester bot eine absolute Einheit, scheinbar ohne jegliche schwachen Glieder. Jede Stimme hatte während der Stücke eine Chance, ihr Können zu zeigen. Ganz besonders gelungen war auch die Auswahl der Stücke. "Choral and Rock out" von Ted Huggens, sowie "Drei Tänze" von Reinhard Sumerer. Unter der Leitung von Alexander Petry konnte das Orchester auf ganzer Linie überzeugen.
Unter dem Aspekt, dass das Konzert sehr kurzfristig geplant wurde, scheint es umso lobenswerter, was die Beteiligten auf die Beine gestellt haben: ein wirklich breit gefächertes Programm, welches sehr gut dargeboten wurde. Der Projektchor ist noch nicht mal ein halbes Jahr alt. Unter ständig neuem Zuwachs war er schon für den ersten Auftritt bereit, der eigentlich gar nicht geplant war. Für das Sommerprojekt "Beach-Lovestory" wurde der Chor ursprünglich auf die Beine gestellt, bereitet den Mitgliedern jedoch laut Leiter Klaus Matejcek soviel Spaß, dass diese auch andere Stücke gern einstudieren. Durch den Projektchor, der etwas jünger ist als der gemischte Chor, werde wieder eine engere Verbindung und regeres Zusammenarbeiten mit dem Orchester möglich, da die musikalischen Interessen näher beieinander liegen.
"Solange es uns Spaß macht und wir diesen Spaß zum Publikum tragen können, machen wir gerne weiter", so Chorleiter Matejcek nach dem Konzert enthusiastisch. (cga)
"Rheinpfalz" vom 20.11.2007
Zweimal ausverkauft
Konzert beim Gesang- und Musikverein "Volkschor" Lambsheim
Über 400 Besucher zählte der Gesang- und Musikverein Volkschor Lambsheim bei Herbstkonzerten seiner Musikabteilung am Samstag und Sonntag im Vereinsheim. Vor zweimal ausverkauftem Haus präsentierten sich drei Ensembles über gut zwei Stunden ihrem Publikum. Dieses erlebte gut aufgelegte, bestens agierende Musiker.
Mit dem Ungarischen Marsch von Hektor Berlioz, arrangiert von Tohru Takahashi, eröffnete das fast 40 Musiker starke Blasorchester einen Reigen mehr oder weniger bekannter Melodien - besinnliche, aber auch mitreißend-flotte. Die Indianergeschichte "Dakota" von Jakob de Haan, der mit seiner Musik die Fantasie beflügelt und einzelne Szenen wie in einem Film vorm geistigen Auge ablaufen lässt, kam in fünf Sätzen - typisch für Indianerfilme, abwechslungsreich mit Marsch- und Galopprhythmen, sanften Passagen, dramatischen Tönen und kurzen, harten Abbrüchen.
Es folgten Ausschnitte aus dem 1971 in New York uraufgeführten Pop-Musical "Jesus Christ Superstar" von Andrew Lloyd Webber (Arrangement Willy Hautfast), "Gospel John" von Jeff Steinberg und Lorenzo Bocci sowie Themen aus den bekannten Filmen "Mission Impossible" bzw. "Cobra, übernehmen Sie" (Lalo Schifrin/Toshio Mashima). Unter Leitung von Alexander Petry überzeugte das Amateur-Orchester auch bei weiteren Melodien wie "TV-Kultabend" von Arrangeur Manfred Schneider durch instrumentale Harmonie von gefühlvoll-piano bis lebhaft-furioso und löste damit wahre Beifallsstürme aus.
Zugegeben - viele der Zuhörer waren parteiisch, denn bei so vielen, überwiegend jungen Musikern, auf die sich der Vorsitzende Hans Depper in seiner Ansage zu Recht stolz zeigte, sind persönlicher Anhang und Interesse besonders groß. Aber auch Unparteiische hatten an den Darbietungen kaum etwas auszusetzen. Ein Ende ohne Zugabe war somit undenkbar.
Noch ausbaufähig, aber schon recht gut musizierte das Jugendorchester zu Beginn beider Konzerte. 14 Kinder spielten "Take it easy - take it fast - take it slow" von André Waignein und den aus den Anfängen der Rockszene stammenden flotten Ohrwurm "25 or 6 to 4" der Band Chicago. Als Krönung durften sie im Großorchester der "Schwarzhemden" - das beim Nachwuchs begehrte äußere Zeichen der Zugehörigkeit - bei der Filmmelodie "Pirates of the Caribbean" (Klaus Badelt/Ted Ricketts) mitwirken.
Ein Schmankerl war die Formation blueScheme. Zunächst nur mit Felix Haller (Trompete und Gesang), Gunnar Dankert (Elektro-Bass) und Paul Zeiß (Piano) aktiv, servierte sie mit "Love for sale" von Cole Porter eine schöne experimentelle Jazz-Nummer mit viel beklatschten Soli. Dirk Ehrler (Tenorsaxophon) sowie Christian Krill und Eric Sauvage (Schlaginstrumente) waren an einem weiteren Glanzpunkt, dem wunderschönen Bossanova "Wave" von Antonio Carlos Jobim, beteiligt - und Carina Sauvage (Altsaxophon) mischte bei dem ebenfalls aus den alten Rockzeiten bekannten Hit "Route 66" erfolgreich mit. Die Reaktion des Publikums war ohrenbetäubend - und Zugaben Pflicht. (bjg)
"Rheinpfalz" vom 16.5.2007
Bis zur Erschöpfung
GMV-Orchester besticht in Eppstein mit geschlossener Gemeinschaftsleistung - Streifzug durch Filmtitel
Zum fünften Mal gastierte am späten Sonntagnachmittag das Blasorchester des Gesang- und Musikvereins Volkschor 1846 e. V. Lambsheim beim TSV Eppstein vor vollem Haus. Mit dem Motto Filmmusik, das das gesamte Programm bestimmte und sicher viel Probearbeit abverlangte, konnte das Ensemble nicht nur die Zuhörer erreichen, sondern auch die große Bandbreite im Repertoire und Können aufzeigen.
Bevor das Blasorchester seine sauber intonierten Filmmusiken darbot, bewies das Jugendensemble, dass in Lambsheim die Jugendarbeit großgeschrieben wird. Meist solistisch besetzt, hatten die jungen Musiker die schwierige Aufgabe, die Zuhörer in die Welt des Films einzuführen. Schon mit dem Soundtrack zu der US-Serie "J.A.G. - Im Auftrag der Ehre" gelang dies vortrefflich. Und wenn anfangs auch der ein oder andere Tonansatz nicht dem Ideal entsprach, bewiesen die jungen Musiker spätestens bei "The Incredible Adventures of Wallace & Gromit", dass sicher auch die meisten dieser Gruppe bei den Großen mitspielen können. "Nimbus 2000" aus dem Harry Potter-Film gelang so gut, dass nach den "Flintstones" eine Zugabe erklatscht wurde.
Professionell klang es mit dem Blasorchester. In allen Stimmen gut besetzt, wurde der Melodienreigen pompös mit der "20th Century Fox Fanfare" eröffnet. Hier machte sich die gute Jugendarbeit bezahlt. "Jurassic Park" erklang sehr dynamisch, komplex in der Tonsprache und gehaltvoll vorgetragen. Das gut durcharrangierte Stück bewies die Wandlungsfähigkeit des Orchesters, die Aufmerksamkeit, mit der es den Anweisungen seines Dirigenten Alexander Petry folgte, bei aller Schwierigkeit bei der Ausführung.
"Pink Panther" und "Das Boot"
"Pink Panther" ließ die Herzen der Zuhörer klopfen. Das bekannte Thema am Anfang legte die Spielfreude offen, mit der die Musiker dem Werk begegneten. Abwechslungsreich, technisch und musikalisch anspruchsvoll erklang dann ein Potpourri des Filmkomponisten Klaus Doldinger. Mit dem Teil "Das Boot" konnte die düstere Stimmung, die rhythmische Spannung über der getragenen Melodik überzeugen, ehe mit der etwas älteren "Superman"-Musik die Zuhörer in eine lange Pause entlassen wurden.
Danach kam die Jazzcombo blueScheme. Mit "Song for Bilbao" führten sie angenehm die Klänge des Modern Jazz ein, improvisierten gekonnt in allen Passagen. Die Improvisationen kamen von Herzen, erreichten in "Once I Love" einer balladesken Melodik mit Swingcharakter einen Höhepunkt, ehe in "Tune up" die harmonischen Strukturen des Bop durchkamen und die Zuhörer begeisterten. Als Alexander Petry dann noch mit der Trompete bei der Zugabe die Oktave mitblies war der Sound perfekt, den alle Instrumentalisten auf ihren Instrumenten zu entwickeln wussten.
Diashow im Hintergrund
Im dritten Teil waren die Werke musikalisch einfacher. Man konnte in "Beyond The Sea" den Fisch Nemo schwimmen hören und in der "Bohemian Rhapsody" die 80er Jahre in Erinnerung rufen, ehe es in "Hawaii Five-O" fast traditionell wurde. Gut eingefügt und für den Zuhörer angenehm lief während des gesamten Programms eine Diashow mit, so dass der Zuhörer auch zum Zuschauer wurde, ein Gewinn für den ganzen Abend.
Schön, dass Alexander Petry, der souveräne Leiter des Abends, sich auch bei seinen Musikern bedankte, denn die hatten wirklich eine geschlossene Gemeinschaftsleistung gezeigt. Das Publikum war der gleichen Meinung und ertrotzte drei Zugaben, was dem Einzelnen sehr gut tat. Mit dem Sound der "Blues Brothers" wurde das Ende gefunden und jetzt wurde jedem klar, wie anstrengend das Konzert gewesen sein musste, denn auch hier forderte die Musik den ganzen Körper bis zur Erschöpfung. Doch diese Anstrengung hat sich gelohnt. (Rigobert Völpel)
"Rheinpfalz" vom 21.11.2006
JUGENDARBEIT TRÄGT GUT KLINGENDE FRÜCHTE
Herbstkonzert der Orchesterabteilung des Gesang- und Musikvereins "Volkschor" Lambsheim mit Jazz-Combo und Jugend
Schöne Melodien, gut aufgelegte und gefällig agierende Musiker sowie viele begeisterte Gäste gab es beim zweifach veranstalteten Herbstkonzert der Orchesterabteilung des Gesang- und Musikvereins "Volkschor" Lambsheim am Samstag- und Sonntagabend in der eigenen Halle.
Unverkennbar waren dabei die wachsende Qualität des großen Orchesters mit recht geringem Durchschnittsalter, die erfolgreiche Jugendarbeit und eine innovative Entwicklung. Noch relativ neu im Angebot ist nämlich die viel versprechende Jazz-Combo blueScheme.
Felix Haller (Trompete), Dirk Ehrler (Klarinette, Saxophone), Paul Zeiß (Klavier), Gunnar Dankert (Bassgitarre) und Christian Krill (Schlagzeug) erwiesen sich als Bereicherung der Vereinsabteilung. Teilweise verstärkt durch Orchester-Dirigent Alexander Petry (Trompete) und Martina Gropp (Pauke, Tambourin) verliehen sie den Konzerten eine ganz besondere Note - mit Werken großer Jazz-Musiker wie Duke Ellington ("Caravan"). Horace Silver ("Peace") und Pee Wee Ellis ("The Chicken"). Das Publikum war begeistert.
Bei den Filmmelodien des mit 33 Musikern besetzten Blasorchesters wähnte man sich im Kino – nicht nur wegen der eindrucksvoll gespielten Musik, beginnend mit der bekannten Einleitungsmelodie des Filmproduzenten „20th Century-Fox“ vom erfolgreichsten Filmmusik-Komponisten Alfred Newman. Zu jeder Komposition wurden am Buhnenrand Titel und Szenen aus den entsprechenden Filmen auf eine Leinwand projiziert. Dazu erläuterte der Dirigent Hintergründe zu Erfolgskomponisten wie John Williams („Jurassic Park“ und „Superman“), Henry Mancini („Pink Panther“) und Klaus Doldinger („Das Boot“, „Unendliche Geschichte“). In einem zweiten Block erklangen auch alte Ohrwürmer wie „Beyond the Sea“ und „Hawaii five-0“ (Arrangements Steve McMillan) sowie die „Bohemian Rhapsody“ von der Pop-Gruppe Queen (Freddie Mercury).
Am Anfang der Konzerte stand, was möglicherweise selbst der Beginn einer erfolgreichen musikalischen Entwicklung ist: das 13-köpfige Jugendensemble. Frisch und munter aufspielend, servierte der Nachwuchs seinem Publikum fetzige Stücke aus dem Rockbereich ebenso wie Filmmelodien, etwa aus der Harry-Potter-Serie. Mit viel Übung und Unterstützung ihrer Lehrer und erfahrenen Vereinskollegen können sie es weit bringen. Was sie boten, kann sich jedoch jederzeit hören lassen, krasse Fehler gab es keine. Und weil zur weiteren positiven Entwicklung auch Motivation gehört, ernteten sie den wohl größten Beifall von teils vor Begeisterung johlenden und pfeifenden Zuhörern. (bjg)
"Rheinpfalz" vom 07.06.2006
GUMMIBÄRCHEN UND SCHLÜMPFE
„Kinder musizieren für Kinder“ an Pfingstmontag beim GMV Lambsheim
In Lambsheim spielt die Musik. Das wollte das GMV-Orchester Lambsheim am Montagnachmittag in der GMV-Halle unter Beweis stellen. Im Konzert „Kinder musizieren für Kinder“ sorgten Jugendorchester, Blockflötenensemble und Kinderchor für eine kurzweilige Pfingststunde.
Es ist eine Sache, alleine seine Lieder zu blasen oder zu trällern, und eine ganz andere, zusammen mit noch anderen Kindern ein vielstimmiges Musikstück zum Klingen zu bringen. Man selbst steht nicht mehr im Mittelpunkt, hört sich nur noch als eine Stimme unter vielen. Dazu kommt, dass man nicht mehr selbst das Tempo bestimmen kann, sondern jetzt das machen muss, was der Dirigent da vorne von einem verlangt.
Dirigent Alexander Petry hat da seine jungen Musiker schon prima in die richtige Richtung gebogen. Die ersten Klippen wurden erfolgreich umschifft und dem Musizieren kann man, ohne Ohropax tragen zu müssen, schon interessiert lauschen. Denn, was da rauskommt, alle Achtung! Sauber in der Tongebung und exakt im rhythmischen Zusammenspiel. Mit frischem Schwung zogen die acht Bläser, unterstützt von Kontrabass und Schlagzeug, Charpentiers „Eurovisionsmelodie“ aus dem Hut und ließen im „Nimbus 2000“ das Harry-Potter-Fieber wieder aufflammen.
Unter der Leitung von Simone Petry zeigten junge Blockflötistinnen ihr Können. Die Bandbreite reichte dabei vom „Hänschen klein“, gespielt von der fünfjährigen Leonie Trapp, über ein beherztes Allegro aus einer Händel-Sonate für Altflöte (Nina Wolf) bis zur modernen, um Zusammenspiel anspruchsvollen Alpin-Suite von Benjamin Britten für Blockflötenterzett (Julia Frankenhofer, Luisa Schwestka, Nina Wolf).
Der Kinderchor mit seiner Dirigentin Imelda Noll am Klavier hinterließ mit vier fetzigen Liedern gehörig Eindruck beim Publikum. „Sascha“ zählt längst zu den Klassikern, kommt aber immer wieder gut an. Wie die Weltmeister sangen die 30 Kinder das englische Lied „Take a little bit music“, erfreuten bei „Ich bin anders“ mit einem bunten Bewegungsablauf und ersangen sich beim lustigen „Gummibärchensong“ ein spontanes Mitklatschen des Publikums.
Mit warmen, wohligen Klängen füllte das Euphoniumquartett bei seiner „Fiesta Mejicana“ den Raum (Alexander Schwarz, Mathis Noll, Andreas Naumer, Alexander Petry).
Im großen Finale, bei dem sich alle Mitwirkenden auf der Bühne versammelten, wurde das allseits bekannte und beliebte „Lied der Schlümpfe“ aus der Kiste geholt. Ein schlumpfmäßiges Aussehen oder wenigstens ein blauer Plüsch-Schlumpf wären ein schöner Gag gewesen. (dkx)
"Rheinpfalz" vom 11.05.2006
HUT AB VOR JUNGEN TALENTEN
Schönes Frühjahrskonzert des Lambsheimer GMV in Eppstein
Niemand im Saal des TSV Eppstein musste am späten Sonntagnachmittag das schöne Wetter vermissen, denn das Orchester des Lambsheimer Gesang- und Musikvereins Volkschor (GMV), das dort zu seinem Frühjahrskonzert eingeladen hatte, ließ mit einem ausgefallenen, viel beklatschten Repertoire die Sonne strahlen.
Auch wenn die Melodien der überwiegend englischen Titel nicht alle bekannt waren, wurden die zahlreichen Besucher mit der ganzen Bandbreite talentierten Orchesterspiels im Zusammenwirken mit sicheren Instrumentalsolisten verwöhnt, die von musikalischer Schwermut bis zur spielerisch brillanten Leidenschaft reichte.
Alexander Petry, der musikalische Leiter des GMV, glänzte mit seinem präzisen Dirigat, das verbunden mit ständigem Augenkontakt seinen Frauen und Männern ein lebendig-differenziertes Spiel entlockte. Petry führte auch locker durch das fast zweistündige Programm, das mit dem Jugendensemble des GMV begann. Den elf jungen Leuten zwischen zehn und 14 Jahren wurde Anspruchsvolles abverlangt. In Titeln, wie Te Deum (M.A. Charpentier), Erinnerung am Fluss (F. Weiland) und Nimbus 2000 (J. Williams), einer Filmmusik zu Harry Potter sowie dem nieveauvollen Cutie Flootie des Komponisten James Power wurden die Jugendlichen von Stück zu Stück sicherer. Hut ab, kann man nur sagen, wenn solch junge Talente ihre Freizeit dem anspruchsvollen Hobby Orchestermusik widmen.
Aus dem breit gefächerten Repertoire des GMV-Orchesters, zu dem Filmmusik, Arrangements moderner Popmusik und Musik von klassisch über volkstümlich gehören, wurden auch die für die Olympischen Spiele in Atlanta 1996 geschriebene Olympic Fanfare (James Curnow) mit ihrem aufrüttelnden Trompetengeschmetter und Twinkling Flutes (Richard Comello) ausgesucht, bei dem vier junge Querflötistinnen in ihrem pfiffigen Spiel den Eindruck hüpfender Wassertropfen vermittelten, die dann durch die Blechbläser scheinbar in einen tosenden Wasserfall geführt wurden.
Den musikalischen Werken liege meist eine Geschichte zugrunde, so Petry. Und weil beim Werk „Drei Tänze“ von Reinhard Summerer keine bekannt sei, wurde im Orchester eine erfunden: Zwerge spielen im Wald, einer geht verloren, wird gesucht und gefunden und alle tanzen vor Freude. Durch ausdrucksstarkes und gefühlvolles Spiel wurden die Geschichtenpassagen vor dem geistigen Auge lebendig: Fröhlichkeit, Ausgelassenheit, Angst, Trauer, erneute Freude und ausgelassenes Tanzvergnügen.
So mancher Opernfan freute sich auch über wunderbar anrührende Melodien aus La Traviata von Giuseppe Verdi, die teils in ihrem Dreivierteltakt zum Mitwiegen animierten.
Mit rockigem Jazz erfreute nach der Pause die GMV-Jazz-Combo BlueScheme. Die sechs jungen Männer aus dem großen Orchester, die mit der Besetzung Posaune, Trompete, Saxophon, Bass, Piano und Schlagzeug ein außergewöhnliches Sextett bilden, meisterten ihre Aufgabe bei Solar (Miles Davis), Sudden Samba (Neil Larsen), und Well You Needn't (Thelonious Monk) mit Bravour und ließen auch Soloeinlagen nicht vermissen. Zugaben wurden erklatscht. Musikalisches Feuerwerk des Blasorchesters zum Schluß bei der Gardenparty (Eythor Gunnarsson), dem auf Blech- und Klarinettenbläser zugeschnittenen Stück Music von John Miles und Groovin' Around (Otto M. Schwarz), bei dem laut mitgeklatscht wurde. Drei Zugaben waren unumgänglich.
Ein Wermutstropfen im facettenreichen Konzert war die triste Bühne: Das schwarz gekleidete Ensemble (einziger Farbtupfer: rote Krawatten) spielte auch noch vor schwarzem Vorhang. Neben dem imponierenden Ohrenschmaus hätten vielleicht eine hübsch bunte GMV-Vereinsfahne und ein Strauß farbenprächtiger Sommerblumen auch noch einen Augenschmauß verschafft. (lfl)
"Rheinpfalz" vom 15.11.2005
BEI BLASMUSIK GEHT DIE POST AB
GMV-Orchester Lambsheim begeistert auch mit Jazz und Jugendensemble
In der Königsberger Straße in Lambsheim herrschte am Wochenende wieder akuter Parkplatzmangel. Der Grund: Das GMV-Orchester lud zum jährlichen Herbstkonzert ein.
Genau genommen war es das zweite: Da die Resonanz im vergangenen Jahr so überaus positiv war, entschloss sich Ensembleleiter Alexander Petry dazu, erstmals zwei Konzerte anzusetzen. Und in der GMV-Halle ging dann am Samstagabend auch richtig die Post ab. Das Publikum tobte, egal ob gerade das Jugendensemble, die Jazzband oder das Blasorchester aufspielte.
Das zehnköpfige Jugendensemble eröffnete das Konzert mit einer gravitätischen Hymne. Mitmachen kann hier jeder, der die Anfangsschwierigkeiten auf seinem Blasinstrument überwunden hat. Doch auch ein Kontrabass wird nicht weggeschickt, sondern darf seine Saitentöne in den Bläserklang einbringen. Die Zehn- bis14-Jährigen sammeln hier, wie Petry berichtet, erste Erfahrungen im Zusammenspiel, werden behutsam auf das große Orchester vorbereitet. Alle Kinder überzeugten durch rhythmischen Spürsinn und das Bemühen um saubere Tongebung.
Das Blasorchester heizte der Menge mit vier Beiträgen vor der Pause ordentlich ein und zauberte gleich in "Olympic Fanfare" einen voluminösen Bläserklang aus dem Hut. "Twinkling Flutes" lenkte das Augenmerk auf das Flötenregister. Die vier jungen Querflötistinnen spielten ihre herb-süßen Melodien souverän und sprühten Helligkeit und Glitzern in die Luft.
Nie ohne Geschichte
Wenn Bläser ein Stück spielen, liegt dem Werk meist eine Geschichte zugrunde. Doch wenn sich einmal keine Story um eine Komposition rankt, scheint die Welt der Bläser aus den Fugen zu geraten. Und was passiert dann? Jemand aus dem Orchester opfert sich und denkt sich ein niedliches Märchen eines Zwergenkindes aus, das sich auf der Suche nach dem besten Versteck im Wald verirrt. Im ersten der "Drei Tänze" konnte man, wenn man genau zuhörte, das leise Tapsen der Zwerge auf dem Waldboden, ihr Kichern und Rufen nachempfinden. Aufgeregtes Suchen nach dem Verschwundenen und glückliches Wiederfinden bestimmten die Thematik der beiden folgenden Tänze.
Mit einem Potpourri aus beliebten "Traviata-Melodien" hat sich wohl so mancher Opernmuffel eines besseren besonnen. Schon beim Soundcheck der Combo "blueScheme" war das Publikum aus dem Häuschen und geizte nicht mit Bravo-Rufen, was sich dann beim späteren jazzig-bluesigen Musizieren, den improvisierten Soli und dem Gesang von Musicalstudentin Carina Kärcher noch potenzierte.
"Garden Party" war ein weiteres Stück des Blasorchesters, das Eindruck hinterließ. Der aus Island stammende Funk wurde äußerst spritzig und dynamisch gespielt und als dann das komplette Orchester mitten im Stück auf Holzblocktrommeln und ähnliches umstieg, unterstützt von anfeuerndem Klatschen, war die Stimmung auf ihrem Höhepunkt.
"Musik" von John Miles in einem Arrangement für Sologesang und Bläserchor von Philip Sparke wurde nur teilweise dem Original gerecht. Das Stück lebt von seinen Kontrasten, die aber durch die simple Setzweise, gerade im Mittelteil bei den melodieführenden Klarinetten, nicht richtig zur Geltung kamen.
Nach der dritten Ankündigung Petrys "Eine Zugabe hätten wir noch" musste das Blasorchester dann noch die Zuhörer auf ein anderes Mal vertrösten. (dkx)
"Rheinpfalz" vom 25.05.2005
KONTINUIERLICHE ARBEIT ZAHLT SICH AUS
Traditionelles Frühlingskonzert des Blasorchesters des GMV "Volkschor" Lambsheim in Eppstein
Es gehört mittlerweile zur Tradition in Eppstein, dass das Blasorchester des GMV Lambsheim zu einem Frühlingskonzert in Eppstein aufspielt. So war es nicht verwunderlich, dass auch am Sonntag die TSV-Halle in Eppstein wieder voll besetzt war.
Frühlingshaft war bereits der Beginn: Das Jugendensemble des Vereins spielte zum ersten Mal in der Öffentlichkeit. "Vivaldis Garden Party" war so richtig nach dem Geschmack des Publikums und so ernteten die acht- bis zwölfjährigen Musikanten für ihren Auftritt großen Beifall. Sehr schön herausgearbeitet war das Thema in "Dreamland" und klar die rhythmische Struktur in "Good News". Die Anstrengung und Aufregung stand den Kleinen zwar im Gesicht, doch es bedarf keiner großen prophetischen Gabe, diese jungen Instrumentalisten bald im großen Orchester zu sehen.
Alexander Petry, der nicht nur souverän das GMV-Orchester leitete, sondern auch kurzweilig gekonnt durch das Programm führte, suchte für das Blasorchester die "Fanfare 2000" als Anfangsstück aus. Nach mächtigem Beginn zeigte das Ensemble, dass es in gut trainiertem Zusammenspiel die Vielgliedrigkeit des Stückes, und auch in "Camille", einem eher meditativen Stück, die Intonationssicherheit und -sauberkeit beherrschte.
Leo Haas, seit 30 Jahren Flügelhornbläser im Orchester, spielte die Kantilene solistisch mit guter Spannung und Dynamik, wobei dem Orchester eine unterstützende Begleitung gelang. Auch in "John Williams in Concert" wurden die Kontraste sehr differenziert ausmusiziert und genau wie in "Ross Roy" spannungsgeladen und unterhaltsam dargeboten. Alle Klanglichkeiten werden gemeistert und überzeugend interpretiert. Begeisternd zu hören ist die Klarheit und Sauberkeit der Harmonien, an der sich so manches Blasorchester der Region ein Beispiel nehmen kann.
Der dritte Teil wurde von der Gruppe BlueScheme gestaltet. Die sechs jungen Musiker bewiesen vom einfachen bis zum Modern Jazz nicht nur harmonisches Feeling, sondern auch Improvisationskunst. Ihr variantenreiches Spiel auf hohem musikalischem Niveau wurde unterstützt durch den sicheren Bühnenauftritt.
Der letzte Teil gehörte wieder dem Blasorchester, das mit "Birdland" und "Soul Bossa Nova" an Exaktheit im Zusammenspiel noch eins draufsetzte. Unterstützt durch Petrys exaktes Dirigat konnten von den Flöten bis zur Tuba alle Mitglieder des Ensembles in kurzen Solostellen die Spielqualität demonstrieren. Zum Schluss ließ ein eher rockiger Teil das Publikum begeistert mitklatschen.
Die kontinuierliche Arbeitsleistung aller Beteiligten, kann nur erahnt werden. Jedenfalls ist das Blasorchester des GMV Lambsheim auf dem richtigen Weg. (rv)
"Rheinpfalz" vom 20.11.2004
MIT SCHMETTERNDEM BLECH
Jahreskonzert des GMV Lambsheim - Jugendensemble zeigt gute Qualität
Schmetterndes Blech, filigrane Flöten- und Klarinettenklänge und fetzige Schlagzeugbeats erfreuten am Sonntagabend das Publikum in der ausverkauften GMV-Halle in Lambsheim. Wieder einmal war es soweit: Das GMV-Orchester (Gesang- und Musikverein Volkschor 1846) und der Leitung von Alexander Petry führte nach fleißiger Übephase sein Jahrekonzert auf. Das Ergebnis der einzelnen Ensembles kann sich sehen lassen.
Das neu gegründete Jugendensemble rockte mit viel Power und guter Tonqualität durchs Programm. Es gibt, wie es Petry formulierte, "den Schülern die Möglichkeit, in einer Gruppe zu spielen und die Regeln des Ensembles kennen zu lernen". Wenn sich das Ensemble weiterhin so wacker schlägt, ist der Weg ins große Blasorchester wohl nicht mehr so weit.
Das Blasorchester mit seinen etwa 40, vorwiegend jungen Musikern, sorgte mit bekannten und unbekannten Melodien für gute Stimmung und Unterhaltung.
Bei "Ross Roy" von Jacob de Haan handelt es sich um eine im 19. Jahrhundert in Brisbane erbaute Villa, die zu einem College umfunktioniert wird. Da spürt man zunächste einmal die Monumentalität des Gebäudes - satter, voller Bläsersound. Disziplin und Ordnung im Marsch-Rhythmus verdeutlichen das Internatsleben. Das eigentliche "Ross-Roy-Motiv" steht für Späße, aber auch für Stolz, Selbstvertrauen und Freundschaft unter den verschiedenen Internatsbewohnern.
Romantisches Flügelhorn
Getragen von einem romantischen Klangteppich eroberte ein Flügelhorn, gespielt von Joachim Schröck, im Fluge die Herzen des Publikums bei "Camille" von André Waignein (geboren 1942 in Belgien). Das Flügelhorn, das in seiner Form der Trompete ähnelt, jedoch weiter mensuriert ist und konisch verläuft, wir auf Grund seines weichen und warmen Klanges häufig als Melodieinstrument eingesetzt.
Bekannte Filmmelodien aus "Star Wars" oder "E.T." waren bei "John Williams in concert" zu hören, Opernklänge aus "Tannhäuser" brachte die "Wartburg-Fanfare" zu Tage, ein Tuba-Solo, gespielt von Ove Armbrust im "Soul bossa nova", bekannt durch die Austin-Powers-Filme, ließ aufhorchen.
Aus dem Blasorchester rekrutierte sich die junge und dynamische Combo-Band Blue Scheme, die wie Petry konstatierte, "jedes Jahr besser wird" und den Zuschauern fetzig-rockigen Jazz mit professionell anmutenden Soloeinlagen und effektvoll eingesetzten Schalltrichtern bot. So gab es laute Beifallsstürme vom Publikum. (dkx)
"Rheinpfalz" vom 21.05.2004
VON ANSPRUCHSVOLL BIS FETZIG
Buntes Frühjahrskonzert der Blaskapelle Lambsheim beim TSV Eppstein
Normalerweise empfindet man immer einen gewissen Gegensatz zwischen Sportlichem und Kulturellem. Sportvereine und Kultur treibende Vereine sehen sich meist ein wenig im Konkurrenzverhältnis. Dass dies nicht immer so sein muss, beweist der TSV Eppstein. Seit geraumer Zeit bemüht sich der Verein mit seinem Vorsitzenden Gerhard Sauvage nicht nur um sportliche, sondern auch um kulturelle Vielfalt für seine Vereinsmitglieder. So konnte er auch am Sonntagabend nicht nur das Blasorchester des Gesang- und Musikvereins Volkschor 1864 Lambsheim gewinnen, sondern auch ein Publikum, das den Saal des Vereins füllte und vom Jugendlichen bis zum Senioren alle Altersgruppen repräsentierte.
Frühlingshafte Gefühle erfassen nicht nur jeden Menschen bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein, sondern auch die Blaskapelle, die "grenzüberschreitend" den Frühling in den Saal holte, um das Publikum daran teilnehmen zu lassen, das der Lambsheimer Vorsitzende Hans Depper herzlich begrüßte.
Alexander Petry, der nicht nur souverän seine Truppe im Griff hatte und für das Programmatische verantwortlich war, führte kurzweilig durch den Abend, verschaffte den Musikern die nötigen Verschnaufpausen und zeigte durch exaktes Dirigat auch seine Meisterschaft im Umgang mit den musikalischen Feinheiten.
Mit Matthias Kappes konnte gleich zu Beginn ein echtes Talent auf der Posaune die "Fantasy for Trombone" mit schönem ausdrucksstarkem Ton nahe bringen. Das Ensemble, dezent begleitend, wechselte mit kantablen Holzbläsern zum Piano des Blechs und im flotten Teil war die Virtuosität des Solisten musikalisch traumhaft sicher und technisch perfekt.
Tosender Applaus - lange Zugaben
Symphonisch wurde es in "Hymne und Triumphmarsch aus Aida" und dem "Abendsegen" aus Humperdincks "Hänsel und Gretel". Die ungleich schwere Musik, die aufgrund der langsamen Tempi nach Reinheit der Töne und Größe des musikalischen Ausdrucks strebt, wurde genauso gemeistert wie die "Wartburg-Fanfare" nach Wagners Tannhäuser, wobei bei Letzterem die Harmonik noch nicht in allen Köpfen der Musiker verankert schien.
Interessant, dass nicht nur die älteren Zuhörer von diesen Werken begeistert waren. Entspannend schön gelangen die "Great Movie Marches" - Film-Märsche, bei denen die Eigenheiten der Märsche musikalisch ausgearbeitet erklangen und zu Recht zu großem Beifall animierten.
Nach der Pause ging's mit dem Sextett BlueScheme weiter. Sechs Mitglieder der Blaskapelle entfachten ein wahres Feuerwerk an jazzigen, einfallsreichen, teils improvisierten Melodien. Hier war deutlich auch die Handschrift der Lehrer der Städtischen Musikschule Frankenthal zu hören, die Felix Haller mit der Trompete zur Höchstform auflaufen ließ. Paul Zeiß am Piano groovte fast professionell und Dirk Ehrler, gleich mit drei Instrumenten - Klarinette, Alt- und Tenorsaxophon - gab mit Matthias Kappes an der Posaune besonders im fantastischen "Summertime" die improvisatorische Verstärkung der großen Gershwin'schen Substanz. Christian Krill am Schlagzeug und Gunnar Dankert gaben fetzig, souverän und anspruchsvoll die Basis, so dass es kein Wunder war, dass die Gruppe erst nach einer Zugabe die Bühne verlassen konnte.
Auch im "Wildcat Blues" zeigte Dirk Ehrler sein Können, wobei die sanfte Begleitung des Blasorchesters sauber gestaltet dem Stück den nötigen Pfiff gab. Die Dynamik des "Blues for a killed kat" mit dem großen Crescendo durch die einzelnen Sections gelang spannungsgeladen, so dass mit "Fusion Factory" ein Schlusspunkt gesetzt wurde, der voller farbiger Harmonien sprühte, der die melodischen Qualitäten der Musiker in den Kantilenen abwechslungsreich und rhythmisch swingend herausstellte.
Tosender Applaus erreichte lange Zugaben, die dem Blasorchester Lambsheim bescheinigten, auf dem richtigen Weg zu sein. Alexander Petry kann mit Stolz bei seinem ausgewogen besetzten Orchester auf jede Aushilfe verzichten und seine sehr gute Arbeit weiterführen. Die Zuhörer werden es ihm auch in den nächsten Konzerten danken. (rv)
"Rheinpfalz" vom 19.11.2003
"Neue Grenzen" anvisiert
Jahreskonzert des Volkschors Lambsheim - Junges begabtes Orchester
Die Saxophonistin schenkte in der Pause Sekt aus. Mit ihr freute sich die große Familie der Freunde des Volkschors Lambsheim über den ersten Teil des Jahreskonzertes, das bis dahin schon großen Anklang gefunden hatte. Zudem scheint es, als ob seit der Gründung des Gesang- und Musikvereins im Jahre 1846 noch nie so viele Besucher zu einem Konzert gekommen sind. "Wir sind glücklich wie noch nie", meinte einer der Musiker. Die Halle war bis auf den letzten Platz besetzt.
Und alle gingen zwei Stunden später begeistert nach Hause. Das lag an der frischen und frohen Art, in der das GMV-Orchester musizierte. 25 Bläser, in der Mehrzahl junge Leute, hatten unter der Leitung von Alexander Petry eine enorme Leistung vollbracht. Allenthalben wird darüber geklagt, daß die Jugend nicht für das Leben in einem Verein oder einer Musikgemeinschaft zu gewinnen sei. Hier wurde das Gegenteil bewiesen. Dank einer sorgfältigen und gut gesteuerten Jugendarbeit gelang es der Vereinsführung, viele junge Menschen zum aktiven Musizieren zu begeistern. Das Durchschnittsalter des Orchesters beträgt 21 Jahre.
Daraus darf man nun nicht ableiten, daß dort ein Jugendorchester sich um einen Einstieg ins Musikleben mühte. Im Gegenteil: Die Wiedergabequalität der angebotenen Werke war bemerkenswert gut; ein Orchester mit gut einstudiertem Material auf dem Weg zu einem sinfonischen Blasorchester. Daß es weit über das übliche Repertoire eines Blasorchesters hinausgehen sollte, zeigte schon der erste Titel: "Neue Grenzen" galt es anzuvisieren. Alexander Petry, der umsichtige Chef des Orchesters, wies in seiner ebenso charmanten wie informativen Moderation darauf hin. In diesem wie in anderen Stücken gelangen der Wechsel der Register, das Zusammenspiel der Instrumentengruppen und die rhythmische Sauberkeit recht ansprechend, ob es nun in einem Ohrwurmklassiker wie die Triumphmarsch aus Aida, dem River-Kwai-Marsch oder dem eher besinnlichen Choral von Ted Huggens war. Hier allerdings wurden die guten Holzbläser, die die Anklänge an Johann Sebastian Bach zu bringen hatten, vom zu dicken Blech zugedeckt.
Nach der Sekt- und Brötchenpause stellte sich dann die Jazz-Combo des Vereins unter ihrem neuen Namen blueScheme* vor. Posaune, Trompete, Saxophon, E-Gitarre, Klavier und Schlagzeug erwiesen sich als stilsicher und in Einzelpassagen sehr spielfreudig. Als Solisten taten sich besonders Matthias Kappes (Posaune, Preisträger bei Jugend musiziert) und Dirk Ehrler hervor. Und: Wann hat man schon einmal einen so jungen Pianisten in einer Combo gehört? Es gab ohnehin nach jedem Stück lebhaften Beifall. Aber nach dem Auftritt der Combo tobte der Saal. Die erste Zugabe war fällig: "Alle meine Entchen" in Moll und mit einer wunderbaren Variation.
Der zweite Teil des Konzertes steigerte noch, was der erste verheißen hatte. Nach Ende des Konzertes gab es viel Beifall und eine Zugabe, verstärkten Beifall und eine zweite Zugabe, dann Standing Ovations und die Wiederholung des eindringlichen "Blues for a killed cat". Und mit diesem Nachklang auf den Tod einer Katze gingen die rundum zufriedenen Konzertbesucher hinaus in den Regen. (Karl-Heinz Pelzer)
* Wir haben den falsch abgedruckten Namen korrigiert.
"Rheinpfalz" vom 13.10.2003
"EINMAL LAMBSHEIMER, IMMER LAMBSHEIMER"
LAMBSHEIM: Gemeinde feiert 1235. Jahrestag - Gegenüberstellung von Vergangenheit und Gegenwart im Mittelpunkt
Offizieller Festakt der Verwaltung am Freitag,
dem 10.10.2003:
[...] Damit für die vielen Gäste ob der geballten Informationen
und Historie der Abend nicht allzu trocken geriet, sorgte das Orchester
des Gesangs- und Musikvereins Volkschor (GMV) unter der Leitung von
Alexander Petry mit einer abwechslungsreichen Auswahl an Musikstücken
von Klassik bis Jazz für Auflockerung. [...]
Festabend der Lambsheimer Vereine am Samstag,
dem 11.10.2003:
[...] Erstklassig wiederum das Orchester des GMV unter Alexander Petry,
das es mit Titeln, wie der Dakota-Suite von Jacob de Haan bis hin zur
Adaption moderner Songs, etwa einem Medley aus Robbie Williams-Stücken,
verstand, auch musikalisch Gegenwart und Geschichte zu vequicken. [...]
Lambsheimer Amtsblatt vom 26. Juni 2003
MUSIK VERBINDET: LAMBSHEIM - OPPURG
Letzten Donnerstag nach der Fronleichnamsprozession ging der GMV auf große Fahrt. Das Ziel der Reise war Oppurg in Thüringen. Wir folgten damit einer an der letzen Kerwe ausgesprochenen Einladung des Volkschors Oppurg, der in diesem Jahr sein 150jähriges Jubiläum feiert. Neben der herzlichen Verbindung der Vereine besteht auch eine langjährige politische Freundschaft, weswegen uns der Lambsheimer Altbürgermeister Walter Hofstetter und der amtierende Bürgermeister Erich Eisenbarth mit Gattinnen begleiteten.
Nach der Ankunft und unserer Einquartierung im Landhotel Oppurg wurden wir von unseren Freunden mit einem Liedgruß und anschließender Diavorführung empfangen. Nach diesem ersten musikalischen Austausch kam es im Laufe eines gemütlichen Abends zu angeregten Gesprächen zwischen uns und unseren Gastgebern. Nach einer relativ kurzen Nacht wandelten wir am Freitag morgen auf den Wegen Goethes und Schillers in Weimar, geführt vom Oppurger Altbürgermeister Karl Möcker. Den Nachmittag, den wir im Thüringer Wald verbrachten, beschlossen wir mit einer Fahrt mit der historischen Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn. Den offiziellen Höhepunkt des Tages bildete der Festakt zum 150jährigen Bestehen des Volkschors Oppurg, unterstützt durch unser Orchester unter der Leitung von Alexander Petry. An diesem Abend lernte unser Orchester bis tief in die Nacht die besondere Begeisterungsfähigkeit des Oppurger Publikums kennen.
Den Samstagmorgen beging das Orchester mit einem gepflegten Fußballspiel mittlerer bis gehobener Härte (fünf ungeplante Auswechselungen), während der Chor - wiederum von Karl Möcker - durch Oppurg geführt wurde. Am Mittag startete der offizielle Festumzug, wo unser Verein durch den Chor repräsentiert wurde, während das Orchester die am Oppurger Schloßpark ankommenden Zugteilnehmer musikalisch begrüßte. Zum anschließenden Jubiläums-Freundschaftssingen waren 12 Chöre angereist. Der Liedvortrag unseres Chors unter der Leitung von Thomas Herberich fand beim Publikum großen Anklang. Auch das Orchester trug seinen Teil zu einem gelungenen Nachmittag bei. Erholung nach diesem anstrengenden Tag boten die hoteleigene Sauna sowie das Fitneß-Studio.
Den Auftakt des Abendprogramms bildete das Konzert des Orchesters des Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) mit Werken von Vivaldi und Beethoven. Beim anschließenden Sommernachts- und Sängerball der Oppurger Schloßnarren zeigte das Orchester unseren beeindruckten Gastgebern, wie man in der Pfalz, speziell in Lambsheim, rauschende Feste feiert. Der eindeutige Höhepunkt des Abends in diesem Zusammenhang war der sensationelle Einsatz der beiden Orchestermitglieder Petra Armbrust und Martin Haller, überragend unterstützt vom restlichen Orchester, beim traditionellen Sommernachtswettkampf. Wie bei diesem Einsatz auch nicht anders zu erwarten, konnten wir uns schließlich gegen die Lokalmatadoren durchsetzen und eroberten den ersten Platz.
Aufgrund einer rauschenden Siegesfeier blieb verständlicherweise wieder einmal nur wenig Zeit für Schlaf. Trotzdem begleitete das Orchester selbstverständlich den sonntäglichen Festgottesdienst und spielte anschließend noch zum Frühschoppen auf.
Nach einer herzlichen Verabschiedung durch Bürgermeisterin Timmler und das Ehepaar Möcker machten wir uns schweren Herzens wieder auf den Heimweg. Ein anstrengendes, aber sehr schönes Wochenende lag hinter uns. (Martin Haller, Ove Armbrust)
"Rheinpfalz" vom 22.05.2003
LAMBSHEIMER BLÄSERWELT IST IN ORDNUNG
Geglücktes Konzert in Eppsteiner TSV-Halle
Zu Gast in der TSV-Halle Eppstein war am Sonntagabend das GMV-Orchester des "Volkschor 1846" Lambsheim. Die Idee war gut, der Besuch auch, und das, obwohl man sich ausschließlich auf Mund-zu-Mund-Werbung verlassen hatte.
Das Blasorchester war hervorragend besetzt, von der Tuba bis zum Englisch-Horn waren alle Instrumente vertreten. Ein ausgezeichneter Schlagzeuger bildete das Rückgrat. Schön wäre allerdings eine zweite Klarinette.
Das Ensemble folgte den Wünschen seines Dirigenten Alexander Petry, der auch gut gelaunt durchs Programm führte, präzise, spielte Musik von Jacob de Haan ebenso gekonnt wie von James Curnow, begeisterte mit "The great locomotive chase" von Robert W. Smith - man hörte die Lokomotive schnaufen und fauchen, ein Glöckchen bimmeln. Sehr fein geriet ein Blechbläser-Einsatz, dessen Thema von den Holzbläsern übernommen, variiert wurde (The great Spirit, Dakota).
Unverständlich ist jedoch de Haans Bearbeitung des Bachschen Ariosos. Man dachte an Anachronismus, da es zu Lebzeiten des großen Komponisten des Barock keine Saxophone (dreifach vertreten) gab. Ob er wohl begeistert gewesen wäre?
Im zweiten Teil des Konzerts gab's pikante Zugaben. Wenn ein Blasorchester drei Solisten aufbieten kann, die dann auch mit erstklassigem Spiel (Klarinette, Posaune, Trompete) überzeugen, ja, dann ist die Bläserwelt in Ordnung. Riesen-Applaus dankte. Sehr weich erklangen zwei Medleys von Elton John und anderen sowie Robby Williams und Guy Chambers. Die Melodien des zweiten Medleys führten fast in die Dissonanz, die Tempowechsel waren präzise erarbeitet. Natürlich ging's nicht ohne Zugaben, die sich das unersättliche Publikum erklatschte. Summa summarum ein geglücktes Konzert. (ema)
"Rheinpfalz" vom 20.11.2002
MIT MUSIK GEKONNT STIMMUNGEN VERMITTELT
Nicht nur mit seinem überwiegend ungewöhnlichen und recht anspruchsvollen Repertoire, sondern auch mit seiner überzeugenden Leistung hat das Blasorchester des Gesang- und Musikvereins Volkschor Lambsheim am Sonntagabend in ausverkaufter eigener Halle sein Publikum begeistert. Das knapp zweistündige Jahreskonzert war für Musikfreunde ein sehr angenehmes Ereignis.
Schon der lang anhaltende Begrüßungsbeifall für die Akteure beim Betreten der Bühne zeigte die freudige Erwartung der 140 Besucher; Vorschusslorbeer, der sich in der Folge als verdient erweisen sollte.
Bestens gelang das „Arioso“ von Johann Sebastian Bach zum Auftakt (Arrangement von Jacob de Haan). Mit „Dakota“ servierte das Ensemble anschließend eindrucksvoll ein fünfsätziges Werk von Jacob de Haan, in dem Leben, Glaube und Schicksal der Dakota-Indianer musikalisch einfühlsam beschrieben wird; darunter auch die Pilgerstätte Wounded Knee, an der 1890 viele Indianer bei einem Massaker von Weißen getötet wurden. Der große Beifall verdeutlichte, dass die von Dirigent Alexander Petry zuvor erklärten Hintergrundstimmungen auch musikalisch vermittelt werden konnten.
Ähnlich stimmungsvoll mit interessanten Rhythmuswechseln die vier ineinanderfließenden Sätze von de Haans „Pacific Dreams“, die Erlebnis, Gefühle und Sehnsüchte des spanischen Malers Miguel im fernen Australien musikalisch ausdrücken. Und direkt beteiligt konnte man sich als Zuhörer wähnen, als es bei „The Great Locomotive Chase“ von Robert W. Smith um die Jagd einer entführten Lokomotive im amerikanischen Bürgerkrieg ging.
Bemerkenswert ist der hohe Jugendanteil im Orchester und dessen Leistungsfähigkeit, verdeutlicht etwa durch die gerade mal zehn- bis zwölfjährigen Konzertdebütanten Tanja* Schachten, Tanja* Sohn (Flöten), Julian Haller (Horn) sowie die Percussionisten Daniel Draper und besonders durch den talentierten Eric Sauvage, der dem ebenfalls noch jugendlichen, gekonnt agierenden Hauptschlagzeuger Christian Krill aus Dirmstein jetzt schon kaum nachsteht.
Modern rockig ging es zu bei mitreißenden Welthits wie dem Thema aus „Peter Gunn“ (Henri Mancini) oder „Music“ (John Miles), wobei Dirk Ehrler (Klarinette), Matthias Kappes* (Posaune) und Joachim Schröck (Trompete) auch als Solisten überzeugten. Das Publikum ging begeistert mit, johlte und pfiff vor Vergnügen und forderte Zugaben. Wie Trompeter Leo Haas wurde Petry selbst von Orchestermitglied Ove Armbrust für das große persönliche Engagement geehrt. Es sei viel Arbeit notwendig, um gut zu spielen, „aber noch härter, uns dazu zu bringen“, lobte er den in Pforzheim tätigen Berufsmusiker. (bjg)
* Wir haben von der Rheinpfalz falsch abgedruckte Namen korrigiert.
"Rheinpfalz" vom 15.11.2002
VIELE ANSTRENGENDE TAGE VOR DEM GROSSEREIGNIS
Ob Chöre, Theatergruppen, Tanzgruppen oder Orchester: alle tragen sie zum kulturellen Leben in den Gemeinden bei. In einer Serie wollen wir in lockerer Folge solche Vereine and ihre Arbeit vorstellen. Den Auftakt macht das Orchester des Gesang- and Musikvereins Lambsheim.
Das GMV-Orchester Lambsheim ist relativ bekannt durch die vielen Auftritte, die es das ganze Jahr über in Lambsheim absolviert, aber auch an anderen Orten. Ob Kerwen, Weihnachtsmärkte, Umzüge, Gottesdienste oder andere Feste and Veranstaltungen, das Orchester ist oft dabei. Das Repertoire umfasst Filmmusiken, Arrangements moderner Popmusik, aber auch Choräle und "klassische" Stücke. Natürlich dürfen auch ein paar zünftige Marsche nicht fehlen.
Das GMV-Orchester wurde 1970 gegründet and spielt sich seitdem in wechselnder Besetzung durchs Leben. Momentan besteht es aus 26 Musikerinnen and Musikern. Mehr als die Hälfte ist jünger als 18 Jahre. "Jedoch sind alle Altersgruppen vertreten and willkommen, betont Dirigent Alexander Petry.
Alexander Petry, gerade wieder nach Lambsheim gezogen, dirigiert das Orchester seit Januar 1996. Die Besetzung ist in seiner Zeit deutlich größer geworden. Auch viele jüngere Mitspieler, nicht nur aus Lambsheim, konnte der Verein mit ihm an der Spitze anlocken.
Im Augenblick wird beim GMV-Orchester besonders kräftig geprobt, denn ein Großereignis steht vor der Tür. Bei der Probe am vergangenen Samstagmorgen um 10 Uhr blickt man in noch etwas müde, aber motivierte Gesichter, am Vorabend war schon lange Probe, and nach wenigen Stunden Schlaf schon wieder. Man ist etwas im Stress beim GMV, denn am 17. November steht der Höhepunkt des Orchesterjahres an: das traditionelle Jahreskonzert. Gerade waren die Musiker in Homburg, um sich konzentriert and ohne die Ablenkungen des Alltags darauf vorzubereiten. Viele neue Stücke wurden während des dreitägigen "Probewochenendes" bewältigt and ein wahrer Probenmarathon von insgesamt 22 Stunden absolviert. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch, denn neben den vielen Proben wurde bis tief in die Nacht noch viel gemeinsam unternommen.
Die Tage wurden immer anstrengender, als die neuen Stücke von Jacob de Haan, Johann Sebastian Bach, Henri Mancini, John Miles and vielen anderen eingeübt wurden. Der Erfolg dieser Übungen im Saarland war bei der letzten Probe aber dann schon deutlich hörbar, bei einem Durchlauf der Konzertstucke konnte man die geleistete Probearbeit sofort erkennen. Klasse Solos von Trompete and Posaune bei "Peter Gunn", die dem Stück den richtigen "schmutzigen" Sound verleihen, aber auch feinere Töne, etwa bei Bachs "Arioso", oder temporeiche Laufe bei John Miles' "Music" gelangen dem Orchester ohne Probleme, man bekommt Lust auf mehr.
Die Konzertstücke sind vorwiegend modern and relativ bekannt mit teilweise wirklich genialen Arrangements, zum Beispiel eines Medleys von Robbie Williams oder des berühmten "Music". Der Gesamtklang konnte in der letzten Probe schon sehr überzeugen. (halm)
Amtsblatt Lambsheim vom 7.11.2002
PROBENMARATHON 2002
Sehr anstrengend - aber erfolgreich, so könnte man unsere diesjährige Probefreizeit beschreiben. Letzten Donnerstag ging es los, vierundzwanzig supermotivierte Musiker machen sich mit großem logistischen Aufwand auf den Weg ins verregnete Saarland, genauer gesagt nach Homburg um sich konzentriert und ohne die Ablenkungen des Alltags auf unser traditionelles Jahreskonzert vorzubereiten. Die Jugendherberge in der wir logieren sollten war uns von vergangenen Freizeiten schon bestens bekannt und so fühlten wir uns auf Anhieb fast wie Zuhause. Nachdem wir unsere "Viersterne-Suiten" bezogen hatten legten wir auch gleich mit der ersten Probe los. Viele neue Stücke galt es während der nächsten drei Tage zu bewältigen und zusammen mit unserem Dirigenten Alexander Petry vollführten wir einen wahren Probenmarathon von insgesamt 22 Stunden. Der Stimmung tat das keinen Abbruch denn neben den vielen Proben wurde bis tief in die Nacht noch viel gemeinsam unternommen, wie die unvergesslichen Besuche beim Poseidon, dem örtlichen Griechen oder im Hemingway, einer Cocktailbar mit wahrlich beeindruckender Auswahl. Die neuen Stücke von Jacob de Haan, Johann Sebastian Bach, Henri Mancini, John Miles und vielen anderen führten wir trotz all diesen Verlockungen der "Partymetropole" Homburg in immer anstrengender werdenden Proben zur Perfektion. Am dritten Tage beim finalen Durchlauf der neuen Stücke waren dann alle sehr müde jedoch auch sehr zufrieden mit dem geleisteten - das Jahreskonzert kann kommen. (…)
"Rheinpfalz" vom 21.11.2001
MUSIKALISCHE ZEIT- UND WELTREISE
Vielseitiges Herbstkonzert der Blaskapelle des Gesangs- und Musikvereins
Lambsheim. Sehr vielseitig präsentierte sich am Samstag die Blaskapelle des Gesangs- und Musikvereins Lambsheim; das Herbstkonzert bot eine musikalische Zeit- und Weltreise. Vom amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bis zu James Bond, von Amerika über Italien bis nach Deutschland und wieder zurück ging die Fahrt, die sich leider etwas in die Länge zog. Fetziger Rock, andächtige Kirchenmusik und sehnsuchtsvolle Volksweisen reihten sich aneinander.
"Dieses Mal waren es besonders schwierige Stücke", ließ Hans Depper, 1. Vorsitzender des GMV, die Zuhörer wissen. Das ließen sich die Bläser nur selten anmerken. Sehr eindrucksvoll zeigten sie mit "The great locomotive chase" von Robert W. Smith, dass eine Lokomotive zwar viel Krach macht, aber auch eine ganze Reihe technischer Feinheiten besitzt. Scharfe Triller, gekonnte Läufe und ein gleichmäßiges Acellerando bürgten für eine einwandfreie Maschinerie. Ohne die rhythmische Orientierung am Schlagzeug, das den ganzen Abend einen unersetzlichen Dienst leistete, wurde das Zusammenspiel jedoch hörbar schwieriger. Zum Beispiel bei William P. Lathams "Chorale Preludes". Im Stil der Bachschen Choralvorspiele komponiert, stellten sie eine der größten Herausforderungen an das Orchester dar.
Aber auch kleine Temposchwankungen konnten den Dirigenten Alexander Petry, der seit vier Jahren die Blaskapelle leitet, nicht aus der Ruhe bringen. Er moderierte das Konzert mit viel Humor, den man auch in den meist fröhlichen Stücken wieder erkennen konnte. Sehr sicher erklangen immer wieder Soli. Freche Trompeteneinlagen, träumerische Klarinettenmelodien und ein schmachtend swingendes Saxophon sorgten immer wieder für kleine Höhepunkte.
Der zweite Teil des Konzerts setzte sich fast ausschließlich aus Filmmusik zusammen. Die von Frank Erickson arrangierte James Bond Suite ließ das Publikum die Abenteuer des Leinwandhelden hautnah miterleben. Klirrende Dissonanzen und gelungene Effekte sorgten für reichlich Spannung. Mit "Moment for Morricone" wurde der 80er-Jahre-Hit des italienischen Komponisten Ennio Morricone wieder belebt. Für manch einen älteren Konzertbesucher war es eine sichtliche Freude, wie das relativ junge Orchester die alte Melodie mit neuer Frische und weichen Tönen aufleben ließ. (töw)
